DAS ZWEITE ZUHAUSE

Das St.-Josef-Haus Berlin-Neukölln

Die kleine achtjährige Assanat freut sich über Mahlzeiten in Gemeinschaft. (Foto: M. Nowak)
Die kleine achtjährige Assanat freut sich über Mahlzeiten in Gemeinschaft. (Foto: M. Nowak)

Unscheinbar steht es an einer Straßenecke wie auch andere Mietskasernen in Berlin-Neukölln. Erst das Klingelschild bietet einen Hinweis, was sich im Innern verbirgt. Die Sozialpädagogin Monika Kießig ist Leiterin des Kinder- und Jugendhauses St. Josef der Caritas. Kinder ab sechs Jahren, deren Eltern nicht in der Lage sind, sie selbstständig zu erziehen, werden im St.-Josef Haus aufgenommen. Viele verbringen hier ihre Kindheit und Jugend. Rund 30 Heranwachsende zwischen sechs und 18 Jahren finden hier eine neue Heimat im Kinder- und Jugendhaus St. Josef. Sie erleben nicht nur Gemeinschaft und werden auf ein selbstständiges Leben vorbereitet, sondern erfahren auch Geborgenheit und Liebe – Dinge, die sie von zu Hause oft nicht kennen.

ZUM FILM-CliP

Wir sind ein Haus, das Kindern eine neues Zuhause bieten will.

Monika Kießig,
Einrichtungsleiterin St.-Josef-Haus

Kinder suchten sich Einrichtungen wie St. Josef selten selbst aus. In der Regel sind es die Jugendämter, die feststellen, dass die Kinder bei den Eltern nicht bleiben sollten. Weil sie etwa ihrer Entwicklung nicht guttun, da z.B. Gewalt oder Missbrauch im Spiel ist. Der zwölfjährige Justin lebt seit 2020 in St. Josef und hat den Boxraum für sich entdeckt. "Wenn ich sauer bin, kann ich hier meine Wut auslassen", erklärt der Fünftklässler. Seine Mutter lebt in einer Einrichtung in Lichtenberg. Diese sieht er nur am Wochenende. Früher, so erzählt der Blondschopf, sei er oft ausgerastet. "Ich habe oft um mich geschlagen." Mittlerweile habe er das unter Kontrolle. "Ich habe mich gebessert, damit ich zu meiner Mutter zurück kann."

 

UNTERSTÜTZEN SIE DIE KINDERHILFE!

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die nicht Zuhause groß werden können

Von ihnen lebten einige in St. Josef. Ihre Eltern bleiben entweder im Heimatland und schicken die Kinder allein auf die Flucht oder sie werden auf dem Fluchtweg voneinander getrennt, wie im Fall der achtjährigen Assanat. Die anfänglichen Sprachprobleme seien schnell überwunden, beobachtet Kießig. Was bleibt sei aber oft eine Traumatisierung durch die Flucht. Diese versucht das Haus – neben Therapieangeboten – auch durch die Atmosphäre vor Ort aufzufangen. Wie lang das St.-Josef-Haus Assanat in ihrer Kindheit begleiten kann, steht noch in den Sternen. Was sie in ihrer Kindheit bereits durchgemacht hat, ist ihr nicht anzumerken und sie selbst erinnert sich kaum daran. Auch kann man ihr nicht anhören, dass sie als Flüchtlingskind erst vor knapp drei Jahren nach Deutschland kam. "Die Großen und die Kinder haben immer geredet und ich habe es einfach gelernt", sagt sie salopp. Ihre afghanischen Eltern sind in Griechenland, Kontakt hält sie über WhatsApp.

Erhalten wir bei einer Sammlung für das beworbene Projekt mehr Spenden als für die mit dem Bonifatiuswerk vereinbarte Maßnahme benötigt, verwenden wir die Mittel für ähnliche Projekte.

Das Kinder- und Jugendhaus St. Josef

IHRE ANSPRECHPARTNERINNEN ZU DEN PROJEKTEN

Haben Sie Fragen, wie Sie einzelne Projekte unterstützen können? Nicole Dürdoth (links) und Katrin Sijbom sind Ihnen gerne behilflich.

Nicole Dürdoth

Referentin Fundraising
05251 29 96-45
nicole.duerdoth@bonifatiuswerk.de

Katrin Sijbom

Referentin Fundraising
05251 29 96-33
katrin.sijbom@bonifatiuswerk.de